KARL-ECKHARD CARIUS

Designpädagogik

Das 2003 an der Universität Vechta erstmalig in Deutschland eingeführte BA-Studienfach Design- pädagogik ist Teil einer vom IMEG unter Leitung von Prof. K.-E. Carius ausgehenden Initiative.
Hieraus resultiert auch die Empfehlung an das Niedersächsiche Kultusministerium, die Unterrichts- fächer Gestaltendes Werken und Textil zu einem neuen Arbeitsbereich »Design« (oder »Gestaltung«) an Grund-, Haupt- und Realschulen zu integrieren. Damit würde im Rahmen der Fächer der ästhetisch-kulturellen Bildung ein substanzielles, kreativitätsförderndes und zukunftsweisendes Unterrichtsfach geschaffen.
Das designpädagogische Studium soll angehenden Lehrerinnen und Lehrern in komprimierter Form eine gut fundierte Gestaltungskompetenz vermitteln und darauf aufbauend im Masterstudiengang für den Lehrerberuf an Grund-, Haupt- und Realschulen qualifizieren. Gestaltungskompetenz ist hierbei als ein dynamisches, nach vorne weisendes Leitziel der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zu interpretieren. Forschendes Experimentieren, Planen und Gestalten im Spannungsfeld von Eigeninitia- tive und Teamwork sind wesentliche Aspekte innerhalb vielfältiger Studieninhalte. Heute gilt es, Studenten, wie in der didaktischen Umsetzung Schülerinnen und Schülern - über Wahrnehmungspro- zesse die Bedingung von Differenz und Reflexivität zu vermitteln. Hierbei ist die Eigenerfahrung im Gestaltungsprozess von immenser Bedeutung - auch für ihre Persönlichkeitsentwicklung.
Design
ist im schulischen Kontext als Modell für kreative Denk- und Handlungsprozesse zu sehen sowie als Prozess intermediären Gestaltens. Die sich ständig verändernde Bestimmung von Design sowie die Entfaltung eines evolutionären Designbegriffs  bedeutet für das Studium eine permanente große Herausforderung. Angehende Lehrer sollten in der Lage sein, sich konzeptionell auf der Höhe der eigenen Zeit zu bewegen und Erkenntnisse für didaktische Konzepte mehr aus der Eigenerfahrung ästhetischer Praxis - im Wind des Denkens - sowie aus der kulturellen und gesellschaftlichen Entwick- lung zu schöpfen, um sich nicht an überholten didaktischen Schulrezepturen orientieren zu müssen. Gestaltung berührt stets die Frage nach dem Qualitätsbegriff. Ihn gilt es - nicht zuletzt vor dem Hintergrund des technologischen und medialen Wandels - neu zu definieren. Ziel dieses neuen Studienfaches ist es, differenzielle ästhetische Fragestellungen mit pädagogischen und philosophi- schen zu verbinden, was von fachübergreifender Relevanz ist - und tradierte Fachinhalte entgrenzt.